~ Entmineralisierung ~

   Ist eine Entmineralisierung des Wassers schädlich? Immer wieder ist zu lesen, dass entmineralisiertes Wasser zu trinken sogar gesundheitsgefährdend sein könne, weil es zu einer Mangelversorgung des Körpers mit Mineralien führen würde. Erst einmal vorab: Solange wir einigermaßen normal essen, besteht diese Gefahr definitiv nicht. Ein Glas Milch enthält mehr Kalzium als 20 Liter Trinkwasser, eine Scheibe Hartkäse etwa das Doppelte von Milch und 100 g Mohn etwa das Vierfache. Um unseren Tagesbedarf an Kalium aus dem Wasser zu decken, müssten wir jeden Tag ca. 500 - 1 500 Liter Wasser zu trinken. Nur wenn wir nichts essen und entmineralisiertes Wasser trinken würde, würde das Wasser eventuell benötigte Mineralien aus unserem Körper ausscheiden und es käme zu einer unerwünschten Entmineralisierung.

   Die Mineralwasserverordnung schreibt Kontrollen des Wassers vor, die Grenzwerte für Schadstoffe liegen jedoch teilweise über denen der Trinkwasserverordnung, also über denen unseres Leitungswassers. Einige im Handel erhältliche Mineralwässer dürften nicht als Leitungswasser zum Verbraucher gelangen, weil ihre Werte über den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung liegen. Wird das durch die ‘guten’ Inhaltsstoffe des Mineralwassers wieder aufgewogen? Es ist strittig, ob diese vom Körper überhaupt aufgenommen werden können. Schätzungen besagen, dass nur ca. 5 Prozent der in Mineralwasser enthaltenen Mineralien vom Körper verwertet werden können. Der Rest wird bestenfalls wieder ausgeschieden. Alles, was nicht ausgeschieden wird, sammelt sich im Laufe der Jahre in unserem Körper an und belastet das Gewebe und die Zellen. Prof. Huchard schrieb: “Wasser arbeitet im Körper durch das, was es mitnimmt und nicht durch das, was es mitbringt.” Mitnehmen soll Wasser belastende Stoffe aus Zellen und Gewebe, man bezeichnet dies auch als ‘Entschlacken’ und ‘Entgiften’. Und Prof. Dr. med. Eduard David sagte: “Die mineralhaltigen Grund- und Tiefenwasservorkommen der modernen Wasserversorgung wurden erst mit der Technologisierung vor ca. 150 Jahren erschlossen. Der dauerhafte Verzehr eines solchen, mit anorganischen Mineralien verunreinigten Wassers belastet die genetisch vorgegebenen biochemischen Vorgänge des menschlichen Organismus, ist ernährungsphysiologisch problematisch und seit Jahrzehnten als Mitursache chronischer Erkrankungen bekannt - wie z. B. Bluthochdruck.” (Quelle: Ökostadt Report 1/ 2007)

   Mineralien sind nicht gleich Mineralien. Mineralien, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen, sind organisch, während die Mineralien im Wasser anorganisch sind. ‘Reifes’ Wasser, das nicht aus tiefen Reservoirs hochgepumpt wurde, enthält nur wenige Mineralien. Wasser ist also nicht ‘von Natur aus’ darauf ausgelegt, uns mit Mineralien zu versorgen. Wir greifen nur zunehmend auf tiefere Reservoirs zurück, weil wir das Oberflächenwasser verschmutzt und vergiftet haben.

   Was ist der Unterschied zwischen organischen und anorganischen Mineralien? Grundsätzlich sind Mineralien anorganisch. Mit dieser Unterscheidung soll etwas über die Herkunft und die Verwertbarkeit (Bioverfügbarkeit) der Mineralien ausgesagt werden.

  • Anorganische Mineralien
    Wir können keine Sonnenenergie direkt aufnehmen. Wir beziehen unsere Energie aus Pflanzen, die Sonnenenergie in umgewandelter Form speichern (Glukose), die für uns verwertbar ist.
    Ähnlich ist es mit anorganischen Mineralien, als der Form, wie Mineralien in Mineral- oder Leitungswasser vorkommen. Anorganische Mineralien kommen meist nicht in Reinform vor, sondern in Verbindungen mit anderen anorganischen Substanzen. Ein Beispiel: Kalzium ist der Mineralstoff, der im menschlichen Organismus am häufigsten vorkommt und ein elementarer  Bestandteil für Knochen und Zähne. Kalzium liegt häufig in Form von Mineralkomplexen vor, z. B. als Kalziumhydrogencarbonat, Kalziumsulfat oder Kalziumphosphat. Soweit der Körper nun in der Lage ist, das Kalzium aus z. B. Kalziumsulfat zu verwenden, wird Sulfat freigesetzt, für das der Körper keine Verwendung hat. Es entsteht also Abfall, den der Körper entweder heraustransportieren muss - wofür wir wieder möglichst mineralarmes bzw. entmineralisiertes Wasser benötigen - oder sammelt sich im Körper an.
     
  • Organische Mineralien
    Mineralien, die wir über den ‘Umweg’ über die Ernährung zu uns nehmen, liegen in anderen Formen vor, die unser Körper leichter verwerten kann. In Milch liegt Kalzium z. B. als Kalziumlaktat vor; man nennt das auch: in chelatierter Form. Chelate sind organische Stoffe wie Aminosäuren (Eiweißbausteine) oder Laktate (Salze der Milchsäure). Wird hier das Kalzium freigegeben, kann der Rest ebenfalls vom Körper verwendet werden. Chelate bilden eine Art ‘Transporthülle’ aus wiederverwendbaren Stoffen, die den Transport und die Aufnahme der Mineralstoffe im Körper erleichtern und verbessern. Nach Dr. Earl Mindell, einem amerikanischen ‘Ernährungspapst’, müssen Mineralien in organischer Form vorliegen, um vom Körper überhaupt verstoffwechselt werden zu können. Einer Studie von Dr. DeWayne Ashmead zufolge („Intestinal absorption of metal ions and chelates”) kann chelatiertes, d. h. an Aminosäuren gebundenes Magnesium 1,8 mal besser assimiliert werden als anorganisches Magnesiumcarbonat, 2,6 mal besser als Magnesium-Sulfat und 4,1 mal besser als Magnesium-Oxid. Ähnliche Ergebnisse ergab die Untersuchung anderer Mineralien.

Darüber hinaus gibt es weitere Formen, wie Mineralien vorliegen können. Erwin Klaussner fasst es wir folgt zusammen:

  • "Organische" Mineralien sind gelöste oder kolloidale Mineralien, welche zusätzlich noch besondere Energien (eine höhere Ordung bzw. "Information") beinhalten
  • "Gelöste" Mineralien sind einzelne Elemente-Ionen oder Atome, die kleinste mögliche Einheit des Elements. Sie schwimmen im Wasser und können organisch oder anorganisch sein.
  • "Kolloidale" Mineralien sind ganz kleine Stoffteilchen mit einem Durchmesser von 0,001 bis 0,1 Mikron (1 Mikron = 1 Tausendstel Millimeter). Sie schwimmen im Wasser. Sie verklumpen nicht und lösen sich auch nicht bis zur atomaren Größe auf, solange sie stabil sind.
  • "Grobstoffliche" Mineralien sind Teilchen, [...] die größer sind als die Kolloide. Sie sinken im Wasser ab und ergeben einen Bodensatz. Sie sind nicht oder nur mit großem Aufwand für die Zellen des menschlichen Körpers verfügbar, da sie zu groß sind. Sie sind anorganisch.(nach: Kristallines Salz - Elixier der Jugend aus dem Himalaya)  

   Eine Entmineralisierung des Wassers entfernt also Mineralien aus dem Wasser, die für unseren Körper schwer verwertbar sind und von denen wir bei normaler Ernährung weit mehr in körpergerechter Form erhalten. Nicht verwendete Mineralien werden i. A. nur zum Teil ausgeschieden und sammeln sich im Laufe der Jahre im Körper an und belasten ihn.
‘Leeres’, entmineralisiertes Wasser hat eine höhere Entgiftungs- und Ausscheidungskapazität als mineralhaltiges Wasser und eignet sich besser für den Nährstofftransport und die Entgiftung und ist deshalb mineralhaltigem Wasser deutlich vorzuziehen.