~ Inhaltsstoffe ~

   Im Augenblick seiner Entstehung ist Wasser reines H20. Der Wasserkreislauf der Erde, in dem Wasser immer wieder verdunstet, zum Himmel steigt und dann wieder als Niederschlag auf die Erde fällt, ist im Grunde nichts anderes als eine Dampfdestillation.

   Sobald Wasser jedoch mit anderen Stoffen in Kontakt kommt, beginnt es, mit diesen zu reagieren und übernimmt sozusagen etwas von deren Eigenschaften, z. B. sinkt der ursprünglich neutrale pH-Wert des Wassers, wenn es mit sauren Stoffen reagiert. Reines Wasser kommt deshalb in der Natur in neutraler Form kaum vor. Diese Eigenschaft als extrem effektives Lösungsmittel ist es aber, was Leben überhaupt erst ermöglicht.

   Was die Inhaltsstoffe von Trinkwasser angeht, scheiden sich die Geister. Die Einen meinen, Wasser solle Mineralien enthalten, die uns helfen, den täglichen Bedarf an Mineralstoffen zu decken. Wir meinen, dass der Bedarf unseres Körpers an Entlastung von Mineralstoffen höher ist als der einer Versorgung durch Wasser. Zum Vergleich: Eine Scheibe Käse enthält ein Vielfaches an Kalzium und Magnesium als Mineralwasser. Aber: Je mehr Stoffe in dem Wasser gelöst sind, das wir zu uns nehmen, desto weniger kann es in unserem Körper aufnehmen. Prof. Huchard sagt: „Wasser arbeitet im Körper durch das, was es mitnimmt, nicht durch das, was es mitbringt.“

   In Wasser gelöste Teilchen werden mit der Maßeinheit ppm (parts per million - Teilchen pro Million oder Gesamtmenge gelöster fester Körper) gemessen. Der französische Hydrologe Prof. Louis-Claude Vincent hatte im Auftrag der französischen Regierungen in ganz Frankreich Wasseruntersuchungen gemacht und einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Trinkwasserqualität an bestimmten Orten und der Lebenserwartung bzw. Gesundheit der dortigen Bewohner hergestellt. Nach Prof. Vincent liegt die Höchstgrenze an gelösten Stoffen für gesundes Trinkwasser bei 100 ppm. Wasser mit einem höheren Teilchengehalt, bei dem also bereits ein Teil der Lösungskapazität erschöpft ist, eignet sich nur noch bedingt zum Abtransport von Schlacken und Giftstoffen. Bei Werten von über 180 ppm wird Wasser nach Angaben des Amerikanischen Umweltamts EPA als ‘sehr hart eingestuft’; Prof. Vincent hatte es als ‘belastend’ bezeichnet. Die nachfolgende Tabelle kann als Anhaltspunkt genommen werden.

   Viele Mineralwasser, wenn nicht die überwiegende Mehrzahl, hat einen höheren Teilchengehalt. Wenn wir mehr Mineralien bzw. allgemein Stoffe aufnehmen, als wir verwerten und wieder ausscheiden können, lagern sich diese Substanzen in unserem Körper ab und behindern unseren Stoffwechsel oder werden zu Müll- oder Giftmülldeponien.

   Wir können das Wasser filtern, bevor wir es trinken (bzw. sehr mineralarmes Wasser verwenden) oder wir können das Wasser sozusagen mit unserem Körper filtern. Anders ausgedrückt: Warum sollte ich etwas in meinen Körper hineinlassen, von dem ich nur hoffen kann, dass es wieder ausgeschieden wird? Der amerikanische Wissenschaftler Dr. Patrick Flanagan hat geschrieben, dass wir alle im Laufe unseres Lebens so viele anorganische (nicht verwertbare) Mineralien zu uns nehmen, dass man eine Steinstatue in Lebensgröße daraus machen könnte. Flanagan hatte jahrzehntelang das legendäre Hunzawasser erforscht, auf das die Bewohner des Hunzatals ihre außergewöhnliche Langlebigkeit und Gesundheit zurückführten. Auch dieses Wasser enthielt kaum anorganische Mineralien und glich eher destilliertem Wasser.

   Die Behauptung, das Trinken von entmineralisiertem Wasser sogar gesundheitsschädlich sei, haben u. a. Hunderttausende von Eskimos widerlegt, da sie Schmelzwasser trinken, das keine Mineralien enthält. Sie decken ihren Mineralienbedarf aus ihrer Nahrung - und genau so ist es auch für uns gemeint.

   Zur kontroversen Diskussion um anorganische bzw. organische Mineralien schreibt Dr. med. Antonius M. Schmid:’
„Wer Angst um seine Mineralien hat und eine Knochenentkalkung befürchtet, weil mineralarmes Trinkwasser den Kalk aus seinem Körper ziehen könnte, kann diese getrost beiseite lassen. Organisch gebundene Mineralien können durch mineralarmes Wasser keinesfalls aus dem Körper gelöst werden. Was aus dem Körper gelöst werden kann, das sind anorganische Mineralien, die sozusagen als Müll überall im Körper abgelagert sind. Diese Notmüllkippen des Körpers zu beseitigen, ist ein Beitrag zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit des Organismus und daher zu einer besseren Gesundheit.
[...]
Es ist immer wieder erstaunlich, dass sogar in Medizinerkreisen Mineral gleich Mineral ist, obwohl es hier aus biologischer Sicht äußerst gravierende Unterschiede gibt. Anorganische Mineralsalze sind für unseren Organismus praktisch nicht verwertbar, sie sind sogar eine Belastung. Sie lagern sich nämlich z. B. an Cholesterinkristalle an und bilden dann in den Gefäßen fleckenweise Verhärtungen und Verengungen, genannt arteriosklerotische Plaques.
Wie bereits erwähnt, führen sie auch im Laufe der Zeit zu Funktionseinschränkungen der Nieren. Sie kennen diesen Effekt ja auch von den Wasserleitungen, die verkalken, wenn zu viel Calcium im Wasser enthalten ist.
Für unseren Organismus sind nur solche Mineralien verwertbar, die an organische Stoffe wie zum Beispiel Aminosäuren gebunden sind. Die pharmazeutische Industrie hat diese Probleme seit Längerer Zeit berücksichtigt und bindet die Mineralien an organische Stoffe wie Citrat, Gluconat, Orotat usw. Dadurch kann die sogenannte Bioverfügbarkeit der Mineralien wesentlich gesteigert werden. Bioverfügbarkeit besagt, dass ein zugeführter Stoff auch ins Gewebe eingebaut wird bzw. im Organismus nachgewiesen werden kann.
Der stetig zunehmende Konsum von Mineralwässern in den letzten Jahren korreliert mit einer Zunahme der Krankheiten des Gefäßsystems mit Konsequenzen wie Durchblutungsstörungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Unser allgemeiner Drang nach mehr Materie, also nach dem Materiellen, zeigt sowohl in unserem Organismus als auch in unserer sogenannten Umwelt seine Wirkung. Das Zuviel der Nahrung und an Mineralien verstopft unsere körperlichen Verkehrswege, das sind unsere Blutgefäße, ebenso wie das Zuviel an Autos unsere Straßen verstopft.
In beiden Fällen entsteht Stau, und wo Stau ist, dort ist der Fluss des Lebens unterbrochen, und es kommt zum Infarkt. Man spricht ja auch vom Verkehrsinfarkt im anlehnenden Vergleich an den Herzinfarkt.”

(Quelle: Der Freie Arzt, Zeitschrift für freiheitliche Ordnung im ärztlichen Beruf, Nr. 5 ‚92: Die Bedeutung des Wassers und dessen Qualität im menschlichen Organismus)